
Im
Jahre 1950 trafen sich einige Birkenfelder Automobilisten und Motorradliebhaber
um ihrem Hobby den richtigen Rahmen zu
geben.
Also gründeten sie einen Motorsportclub, der dem ADAC angeschlossen war. So
wurde der Automobilclub Birkenfeld
e.
V. im ADAC (AMC Birkenfeld) aus der Taufe gehoben. 1. Vorsitzender des neu
gegründeten Vereines wurde Dr. med. Karl
Breidenbruch.
Herr Breidenbruch, Chirurg und Chefarzt im Birkenfelder Krankenhaus, eine
Persönlichkeit, die nicht nur in der
Kreisstadt
bekannt und beliebt war. Zum 1. Sportleiter wurde Leo Fechir gewählt. Ein Mann
der ersten Stunde und passionierter
Motorradfahrer
dazu. Er war es auch, der die ersten Motorsportveranstaltungen in Birkenfeld
organisierte (ab 1954). In der
ersten
Zeit waren die meisten Clubmitglieder noch Motorradfahrer, wer konnte sich so
kurz nach dem 2. Weltkrieg schon ein
Auto
leisten. Also waren auch die ersten Motorsportveranstaltungen
Geschicklichkeitsturniere, Geländerennen und Zuverlässig-
keitsfahrten
für Motorräder.
1952
wurde Dr. Breidenbruch als erster Vorsitzender von Dr. Wolfgang Fillmann
abgelöst. Herr Fillmann war der Begründer
der
Geselligkeitsfahrt (Kaffeefahrt). Leider fand diese Veranstaltung schon lange
nicht mehr statt, da kaum noch freie Wochen-
enden
zur Verfügung stehen.
Große
Erfolge wurden 1954 sowie 1955 die Birkenfelder Geländerennen für Motorräder in
den Sandgruben auf dem Hömig.
Beide
Veranstaltungen fanden mit internationaler Beteiligung statt. Es waren neben
zahlreichen Fahrern aus dem Saarland, das
Damals
noch kein deutsches Bundesland war, auch Franzosen, Luxemburger und Amerikaner
am Start. Auch aus unseren
Reihen
waren etliche Fahrer am Start:
Leo Fechir, Klaus Wegener, Walter
Wilhelm und Klaus Modrach
Zeigten wirkliches Können und Beherrschung ihres
Motorrades. Für Klaus Modrach war dies der Beginn einer motorsportlichen
Karriere über viele Jahre hinweg.
Inzwischen fungierte Peter Wiegand als Sportleiter.
1956 wurde der damalige Molkereidirektor Eduard Schmitt zum 1. Vor-
sitzenden des AMC Birkenfeld gewählt. Trotz
beruflicher Anspannung und kommunalem Engagement fand er immer Zeit für den
Verein.
Aus
den aktiven Turnierfahrern waren mittlerweile erfolgreiche Rallyefahrer
geworden, die fast jedes Wochenende unterwegs
waren,
um sich an nationalen und internationalen Wettbewerben zu beteiligen. Hierzu
gehörten unter anderem die „Deutschland-
Rallye“,
die internationale „Rallye Trifels“, die internationale „Rallye Hanseat“, die
„Saar-Wintermitternachtsfahrt“ und viele
Andere
bedeutende Zuverlässigkeitsfahrten.
Am
25. und 26. Februar 1961 begann die Serie der traditionellen „Birkenfelder
Winterfahrt“ für Motorräder und Automobile, eine
Großveranstaltung,
die Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik vorzeigen konnte. Motorrad- und
Autofahrer, Lizenzfahrer
sowie
Teams der Bundeswehr kämpften 2 Tage um Punkte und Siege im nationalen
Rallye-Wettbewerb, auf einer Länge von
1.250
Km. 120 Sportwarte im Bereich der Streckensicherung, 4 Sanitätsfahrzeuge mit je
8 Mann Besatzung und über ein Dutzend
Funksprechgeräte
waren im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewähren.
Die Stadt Birkenfeld hatte
sich
im Motorsport einen Namen gemacht!
1964
stellte Herr Schmitt sein Amt als 1. Vorsitzenden aus gesundheitlichen Gründen
zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde der
damalige
Stadtbürgermeister Werner Käufer.
Inzwischen
war eine neue Motorsportart aufgekommen: das Go-Kart-Rennen. Einige unserer
Clubmitglieder übten sich in dieser
Disziplin.
Zwei vereinseigene Go-Karts wurden besorgt. Im Bereich des hiesigen Luftwaffen-
und Kasernengeländes fand das
erste
Birkenfelder Go-Kart-Rennen statt. Auch in dieser Sparte war uns das Glück holt
und wir hatten auf Anhieb einen großen
Erfolg.
Die
Birkenfelder Winterfahrt war unterdessen so bekannt, dass sie 1956 als
Meisterschaftslauf der ONS (Vorgänger des DMSB)
im
internationalen Wettbewerb Anerkennung fand. Das Schneemannmotiv der
Siegermedaillen war zu einer begehrten Trophäe
der
westdeutschen Rallyefahrer geworden. Der Initiator der Winterfahrt, Peter
Wiegand, war nach 12-jähriger Amtszeit als
Sportleiter
bei nationalen und internationalen Wettbewerben von der ONS als Sportkommissar,
Rennleiter und Fahrleiter bestätigt
und
anerkannt. In dieser Funktion war es fast jedes Wochenende unterwegs um als
Sportkommissar bei Rallyes im Gau Mittel-
rhein,
Gau Pfalz und Saar oder als Rennleiter bei Flugplatzrennen tätig zu sein. Seine
Erfahrungen als langjähriger, aktiver
Lizenzfahrer
waren dabei von großem Nutzen.
Als
im Jahre 1966 Werner Käufer sein Amt als 1. Vorsitzender niederlegte, wurde
Peter Wiegand sein Nachfolger. Unter seiner
Führung
wurden die Aktivitäten im Motorsport weiter gefördert. Im Gau- und Clubvorstand
war man mittlerweile zu der Er-
kenntnis
gelangt, dass Motorsport allein nicht Aufgabengebiet eine Automobilclubs sein
kann. Information und Aufklärung
mussten
gleichermaßen gefördert werden. Dies war der Anfang einer Reihe von
Vortragsveranstaltungen zur Einführung der
neuen
StVO im Jahre 1971, die unter Mitwirkung der hiesigen Verkehrsbehörde und
Polizeiorgane stattfanden. Es wurden auch
Pannenkurse
angeboten.
Zur
Winterfahrt kam 1974 die Birkenfelder „Herbstfahrt“, eine Orientierungs- und
Zuverlässigkeitsfahrt, die jeweils im September
oder Oktober stattfand. Initiatoren dieser
erfolgreichen Rallye waren Rainer Grosse-Siestrupp, Karl-Heinz Roth unter der
eifrigen
Mitarbeit von Werner Faust. Ende der 70er Jahre hatte
der AMC Birkenfeld viele Motorsportveranstaltungen organisiert:
Herbst-
und Winterfahrten, Automobilslaloms und Geschicklichkeitsturniere.
Zum Sportleiter war inzwischen Rainer Grosse-Siestrupp
gewählt worden.
Die
erste Fußgängerrallye fand 1978 statt. Eine Neuerung erleichterte ab 1978 die Organisation
einer Rallye: Bei der Herbstfahrt
wurden
die Sieger erstmals durch eine Computerauswertung ermittelt. Im gleichen Jahr
wurde die erste „große Herbstfahrt“
durchgeführt.
Es mussten ca. 520 Km von den Teilnehmern bewältigt werden. Auch wurde in diesem
Jahr erstmals ein Trial
für
geländegängige Motorräder und Trialmaschinen auf dem Truppenübungsplatz
Baumholder organisiert.
Im
Jahre 1980 wurde das 30-jährige Jubiläum des AMC Birkenfeld mit einer Reihe von
Veranstaltungen gefeiert. Die Zeit der
„großen“
Rallyes war vorbei. Die Jubiläumsrallye, eine B-1-Veranstaltung, führte über
eine Strecke von ca. 120 Km. Peter
Wiegand,
langjähriger Vorsitzender und Sportleiter des AMC, gab aus gesundheitlichen
Gründen sein Amt ab. Ihm verdanken
wir
viele große und interessante Motorsportveranstaltungen. Er wurde einstimmig zum
Ehrenvorsitzenden gewählt. Sein Nach-
folger
bis zur nächsten Jahreshauptversammlung wrude der bisherige 2. Vorsitzende
Karl-Heinz Roth. Zum neuen Sportleiter
wurde
Karl-Heinz Junietz (jetzt: 1. Vorsitzender) gewählt.
1981
wurde Arno Leonhardt zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung nahm ein
stark verjüngter Vorstand seine
Arbeit
auf. Ein Jahr später trauerten wir alle um den verstorbenen Clubkameraden Peter
Wiegand. Er hinterließ eine große Lücke,
die
erst Jahre später geschlossen werden konnte.
Es
fand jetzt alljährlich nur noch die Clubrallye statt. Desweiteren wurden
Fahrradturniere, Seifenkistenrennen und Oldtimer-
rallyes
und Veteranenrennen veranstaltet. Diese beiden Veranstaltungen wurden in
Zusammenarbeit mit der Firma Wiegand
durchgeführt.
Wolfgang
Brenner wurde 1984 zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Im gleichen Jahr wurde
die erste „Löwenrallye“ gestartet.
Es
handelte sich um eine Rallye 200 (die Strecke führte über insgesamt 200 Km),
die auch heute noch veranstaltet wird. Sie
wurde
als deutscher Meisterschaftslauf der ONS bewertet. Durch interessante
Wertungsprüfungen und eine ausgezeichnete
Organisation
hatte sich der AMC Birkenfeld im Rallyesport erneut einen Namen erworben. Dies
hatte in den folgenden Jahren
eine
Teilnehmersteigerung und internationale Rallyebeteiligung zur Folge. Ein
weiterer, sehr großer Erfolg wurde die Löwen-
rallye
im Jahre 1989. Auch in diesem Jahr wurde sie als Meisterschaftslauf der ONS
anerkannt. Es gingen 100 Teilnehmer an
den
Start. Einige standen noch auf der Warteliste, kamen allerdings nicht zum Zuge,
da die Veranstaltung nur für 100 Teil-
nehmer
genehmigt war.
Im
Jahre 1989 wurde Klaus Brombacher zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Unter
seiner Führung erlebte der AMC einen
Neuen
Aufschwung. Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahre 1990 wurde 4 Tage lang gefeiert.
Umrahmt von Veranstaltungen
Wie
selbstverständlich der Löwenrallye, Maimarkt der Stadt Birkenfeld,
Musikveranstaltungen im Festzelt und einen Escort-
Treffen.
Desweiteren wurden Ausstellungen unter Mitwirkung von ASB, DRK, THW, FFW und
Polizei aufgebaut und durch-
Geführt.
1993
wurde, dem allgemeinen Trend entsprechend, auf Initiative des 1. Vorsitzenden
Klaus Brombacher und des Sportleiters
Karl-Heinz
Junietz eine Jugend-Kart-Truppe ins Leben gerufen. Es wurde ein Jugendkart
angeschafft und die ersten Trainer, Jörg
Wichter
und
War
dann die Teilnahme an Kart-Slalom-Turnieren im Bereich des ADAC Gau Mittelrhein
angesagt. Mittlerweile sind unserer
Jugendlichen
Mitglieder schon richtige Profis und können sehr schöne Erfolge vorweisen
(siehe Bereich Jugendarbeit).
Seit
September 2000 kann der AMC Birkenfeld ein Vereinsheim, wenn auch nur gemietet,
sein Eigen nennen. In den Räumen des
Ehemaligen
Jugendzentrums in der Alten Schule in Birkenfeld haben wir ein neues und
schönes Domizil gefunden.